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Atmosphärisches Wochenbuch

Montagsgedenke nach dem 13.11

Raimund Schöll am 15.11.2015

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Mitfühlende Reaktionen aus Berlin London Brüssel und ganz Europa und darüber hinaus auf das Pariser Massaker. Man übt sich in empathischer Solidarität, denkt nach über das Geschehene - auch über passende Antworten und Konsequenzen auf das Inferno. 

Doch die Schreier betätigen sich auch schon wieder. Das Blut der Attentate war noch nicht weggewischt, da haben sie schon wieder angfangen zu tönen: Gefahr Gefahr! Abendland Abendland! Grenzen Grenzen! Zäune Zäune!

Und gar von "Krieg" oder „Neue Art von Krieg“ reden manche. Unser Bundespräsident vorneweg. 

Aber bedenke: Wenn wir angesichts der Attentate von "Krieg" reden. Wären dann nicht all die Opfer von Freitag dem 13.  „Gefallene“ und die blindwütigen Mörder im Trainingsanzug  "Soldaten" gewesen!? Eine ziemlich groteske Vorstellung.

Dass die Franzosen von "Krieg" sprechen, kann ihnen so wirklich keiner verübeln. Eine verständliche Rhetorik derjenigen, die ins Mark getroffen sind.

Jene allerdings, die von warmen Sesseln aus nun darüber urteilen oder ihr kleines politisches Süppchen bekochen, sollten mal kurz die Luft anhalten. Wenn tatsächlich "Krieg" wäre, hätte das - zu Ende gedacht - weitreichende Konsequenzen für die Zivilgesellschaft.

Oder soll sich ein bestimmtes Bild etwa schon mal vorneweg in unseren Köpfen heimisch machen? Unsere Lokale geschlossen, die Kinos verwaist, die Museen bewacht und so weiter und so fort. So ähnlich wie in Paris die letzten Tage - als Dauerzustand in ganz Europa?

Man muss es nicht ahnen, sondern man weiß es ja: Genau dies ist das Szenario, von dem die Wahninnigen des IS schon seit langem träumen. Nichts mehr wünschen sich diese "Typen", als sich mit uns im "Krieg" zu wähnen. 

Dann hätten sie ein Ziel erreicht: Wir wären keine freie Gesellschaften mehr. 

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