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Atmosphärisches Wochenbuch

Zonen

Matthias Ohler am 23.03.2011

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Phänomene eines kongresslichen Kurortaufenthaltes am ersten Abend:

1. Gang durch das Innenstädtchen. Nur eines der Restaurants am zentralen Platz hat geöffnet. Ich gehe am heizpilzgewärmten Freisitz vorbei, spüre deutlich, wie ich im Vorbeigehen eine Atmosphäre mit all ihren Beiträgen streife - und gehe wirklich vorbei. Um die nächste Ecke gebogen, wedelt mir die Atmosphäre des Restaurants nach, und ich spüre deutlich, daß sie mich so wenig meint wie ich sie. Und daß es nur eines erneuten Um-die-Ecke-Biegens bedürfte, um das vielleicht zu ändern.

2. Ich sitze am Abend bei einem Glas Wein im Foyer eines Wohlfühlhotels und bearbeite noch einmal Elektro-Korrespondenz. Danach wollte ich mich wohlfühlen. Da ist es halt 22 Uhr, ich sitze immer noch allein im Foyer, und es läuft immer noch das Radio, irgendeiner dieser Sender, die sich über ihr Sendegebiet definieren (Sphären!): Radio-Regenbogen-Land, SWR3-Land, der beste Mix in xyz usw.; -  Nachrichten: Ich höre, was Gadhafis Truppen machen, daß die Luftwaffe außer Gefecht ist, daß bei Fukushimas Reaktoren wieder mal keiner ist, weil alle, wieder einmal, das Gelände verlassen mussten, daß Trinkwasser in Tokyo so eigentlich nicht heißen dürfte, usw.usf. - und dann dudelt Pop-Geschmälzel, das alle Berichte in die gleiche Sauce suppt wie eh und je.: usw. eben.

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