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Atmosphärisches Wochenbuch

Wie früher

Raimund Schöll am 09.08.2011

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Aus Nostalgie besuche ich einen kleinen Buchladen in meiner Heimatstadt München. Das letzte Mal muss ich vor ungefähr vor 15 Jahren dort gewesen sein, erinnere ich mich. Schnell habe ich gefunden, was ich suche und stehe schon mit zwei Büchern in der Hand am Kassentresen. Die kleine graublonde zierliche Dame dahinter sieht mich an, und ich sehe sie an. Beide halten wir für einen Moment inne. Sie vermutlich, weil sie sich nicht sicher ist, ob ich der ehemalige Kunde bin, der hier früher mit seinem kleinem Sohn ein und aus ging und ich, weil ich sie sofort erkenne, aber als sichtbar älter Gewordene. 

Immer noch ist sie die graue Eminenz des Ladens: ein wenig spröde und zurückhaltend, die Buchverkäuferin vom alten Schlag halt. Wie früher wechseln wir kaum ein Wort miteinander, weil es keiner Worte bedarf. Sie nennt mir knapp den Preis, tütet meine Neuerwerbungen ein, und ich verabschiede mich höflich mit dem heimatlichen Gefühl des stillschweigenden Einverständnisses.

Als hätte die Zeit nur an unseren Hüllen genagt und sonst an nichts.

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