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Atmosphärisches Wochenbuch

Trug

Matthias Ohler am 25.08.2009

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Können Atmosphären trügen? Eine Atmosphäre kann trügerisch sein. Beispielsweise dahingehend, was sie über ihre Dauer erwarten lässt. Von Wetterlagen kennen wir das. Von Familienfeiern kennen wir das auch: "Wenn der Humpfer kommt, spätestens dann, ist es mit dem Frieden vorbei." - "Wie ein plötzliches Gewitter entlud sich unerwartet ein Stau von Wut über den akkurat gedeckten Tisch." Man kennt viele Varianten solcher Äußerungen und Empfindungen. Die vorsätzlich trügerische Atmosphäre - man könnte sie Potemkinsche Atmosphäre taufen - wo finden wir die? In Wahlkampfzelten? Hoffnung herbeidampfen, wo keine ist? Auf Werbefoldern von Banken? "Ihr wollt alles, ihr kriegt alles." (Originalzitat aus einer Broschüre für junge Menschen aus den neunziger Jahren) Wie wirkt der Trug? Wo finden wir Unterschiede darin, ob Vorsatz im Spiel ist? Das Konzept Atmosphäre hat den Vorteil, solches beweglicher und differenzierter angehen zu können. Denn die Frage, wer für eine Atmosphäre verantwortlich ist, oder wer sie prägt, ist nicht immer klar zu beantworten. Hier rühren kommunikationslogische Konzepte herein: Wer hat angefangen? Es fällt uns leichter - fast möchte ich sagen: natürlich - anderen Menschen atmosphärische Wirkung zuzuschreiben als uns selbst. Spiegel unserer atmosphärischen Erfahrung und unserer eigenen Wirksamkeit darin. Es gibt aber auch atmosphärische Erlebenswirksamkeit, die damit zu tun hat, eher anderen die Fähigkeit zuzuschreiben, unser eigenes atmosphärisches Empfinden zu beeinflussen. Als wolle man eine Auszeichnung nicht selber haben. Als schaffe es Erwartungen.

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