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Atmosphärisches Wochenbuch

Spekulatives

Matthias Ohler am 07.06.2012

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Wenn speculari (lat.) beobachten, erspähen und dem Verwandtes bedeutet, dann ist (professionelle) Finanzspekulation eine zentrale Tätigkeit in einem Wirtschaftssystem, das darauf setzt, über Geld so gut wie alles kommunizieren zu können. Geld ermöglicht Erwartungskalkulationen und bildet deren Verlässlichkeiten ab. Dazu bedarf es deren Beobachtung und der Beobachtung dieser Beobachtung, der Spekulation. Dass die - meistens, nicht immer - mit Gewinnabsichten betrieben wird, ist so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche. Sparen (lat. servare) bedeutet in diesem Zusammenhang nur einen Zwischenschritt: Zeitgewinn, um sich Überblick über die eigenen Mittel zu verschaffen, um beobachten zu können, was man zukünftig wird beobachten können, und wie man dafür ausgestattet ist. Servare ist kein Wert an und für sich, sondern bezogen auf Zukunftsspekulationen. Spekulation in diesem Sinne hat mit herumspekulieren wenig zu tun. Stabile Finanzwitterung vs. flackerndes Wetterleuchten. Auch gute spekulative Philosophie ist dementsprechend nützlich, schlichte Wortablauscherei und -abluchserei - wie manchmal in der Neuen Phänomenologie - witzlos.

Kommentare

07.06.2012

Raimund

Neue Phänomenologie? Noch dazu, wenn sie als eine Art päpstliche Wissenschaft daher zu kommen versucht?
Eine Verwaltung des Nichts sollte man vielleicht nicht gleich sagen. Wäre ja noch dazu von Martin Walser geklaut. Aber eine Art Verwaltung der Belanglosigkeit. Darauf könnte man sich einlassen, vom "wording" her. Und vorläufig natürlich.
Und Geld? Ist halt nicht nur ein Phänomen, sondern eher ein "fait social". Kommt mir vor.

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