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Atmosphärisches Wochenbuch

Schläft ein Lied in allen Dingen

Matthias Ohler am 01.06.2011

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„Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.“

(Joseph von Eichendorff, Wünschelrute)

Es gibt Unmengen von Interpretationen dieses Gedichts, darunter sicher auch sehr treffende - vielleicht sogar psychoanalytisch motivierte.

Man kann auch sagen: Eichendorff hat entdeckt, daß alles immer atmosphärischer Aktant sein kann - und das ist eine bedeutsame und überhaupt nicht profane Entdeckung. Er hat zugleich gesehen, daß Aktanten sich nicht selber zu Akteuren machen können, sondern geweckt werden müssen. Die ganze epistemologische Spannung ist hier von einem romantischen Atmosphäriker in vier Zeilen zauberhaft getroffen.

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