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Atmosphärisches Wochenbuch

Morgengebäck

Matthias Ohler am 13.10.2011

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Jetzt, wo es so spät erst hell wird, wirken die Menschen, die morgens mit abgetragenen Sportanzügen in die Bäckereien kommen, noch eher so, als seine sie gerade direkt aus ihren Schlafzimmern gekommen. Auf vielen Frisuren der vor einem Stehenden, besonders Männern, drückt sich in den Haaren am Hinterkopf frisurlich noch das Kopfkissen ab. Man sieht gleich: Hinterkopfschläfer oder Seitenschläfer. Glücklicherweise ist der Geruch der Backwaren alles überduftend. Die Leute kommen hier rein, als sei der Verkaufsraum der Bäckerei eher ein Teil ihrer eigenen Wohnung als ein mehr oder weniger öffentlicher Raum. Das dürfte mit dem dabei empfundenen Seinsgefühl korrespondieren. Die Dunkelheit auf dem Weg hierher wirkt unterstützend. Man fragt sich: wo sie wohl hingehen, wenn sie den Laden verlassen? 

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