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Atmosphärisches Wochenbuch

Wasserburg

Raimund Schöll am 28.07.2012

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Hin und wieder bin ich für einige Tage in Wasserburg am Inn zu Gast. Fast regelmäßig verschlägt es mich hierher, um in dieser interessanten Stadt mit interessanten Menschen an interessanten Führungsfragen zu arbeiten. Wasserburg ist auf eine vom Inn fast vollständig (zu 7/8) umflossene Halbinsel erbaut und nur über eine schmale Landzunge erreichbar. Die Altstadt besteht aus bis ins Mittelalter zurückreichender Bausubstanz. Am Wegemuster der Altstadt hat sich seit dem Mittelalter kaum etwas geändert.

Wenn’s passt, schlendere ich nach Seminarende gern durch die Straßen und Sträßchen. Im Sommer ist die Stimmung dicht und angenehm zugleich. Man guckt in türoffene Kneipen, trifft auf versteckte Cafés, sieht Menschen scwatzend an kleinen Tischen vor Bars und Vinotheken sitzen, stößt zwischen eingesessenen Handwerksbetrieben, schicken Geschäften und modrigen Kellertüren auf unauffällig, aber schön bepflanzte Gärtchen. In der einen oder anderen dunklen Hausecke stehen schlampig irgendwelche Gerätschaften rum. Die Sprachen vermischen sich. Ialienisch ist neben inntalbayrisch in den Gassen als inoffizielle Zweitsprache zu hören. Zwischen bunten Hauswänden im gotischen Stil und der hohen steinigen Friedhofsmauer, riecht es nach altem Holz und gebratenem Fisch. Mancherorts dudelt Musik aus offenen Fenstern. Das Leben wendet sich nach aussen. 

Das Altstadt-Sommerflair läßt einen spontan an die Mittelmeerzone denken. Spanien, Italien, Griechenland. Wie oft war ich dort schon in ähnlicher Stimmung durch mittelalterliche Gassen flaniert. Mir scheint, als ob sich die allseits deklarierten Unterschiede zwischen Nord und Süd ab 30° hier in Wasserburg mal weniger deutlich zeigen dürften.  

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