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Atmosphärisches Wochenbuch

Montagsgedenke

Raimund Schöll am 23.04.2012

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„Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird. Wenn etwas vorbei ist, ist man nicht mehr der, dem es passierte. Allerdings ist man dem näher als anderen. Obwohl es die Vergangenheit, als sie Gegenwart war, nicht gegeben hat, drängt sie sich jetzt auf, als habe es sie so gegeben, wie sie sich jetzt aufdrängt. Aber solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird.“

Diese ersten Zeilen Martin Walsers in seinem Erinnerungs-Buch „Ein Springender Brunnen“ hätte ich gern parat gehabt, als mir neulich ein Workshopteilnehmer in der Pause mit Verve zu verstehen geben wollte, wie sich ein firmeninterner Sachverhalt seiner Meinung „tatsächlich“ zugetragen haben soll: „Wisset se“, sagte er, „wir könnet hier schwätzet, was ma wollet. Aber de Wahrheit muss immer no de Wahrheit bleibe. Da könnet Sie a net rüttle dra.“

Der Walser Martin mit diesem Fragment als Tool? Das wärs - zumindest im Nachhinein -  gewesen. Systemisch- sprachspielerisch gut einsetzbar, finde ich. Origineller zumindest als die immer gleichen gelehrsamen Hirnstorys, die allerdings auch hypnotherapeutisch zu wirken scheinen. Vielleicht werde ich es demnächst auswendig lernen. Für den nächsten Fall der Fälle.

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