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Atmosphärisches Wochenbuch

Martin Bubers „Das Problem des Menschen“

Matthias Ohler am 26.08.2010

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Martin Bubers „Das Problem des Menschen“ - geschrieben in den späten 30er Jahren, erstmals auf deutsch veröffentlicht 1948 – bietet, so denke ich, mit der begrifflichen Exploration des Zwischenmenschlichen eine der attraktiven philosophischen Ausgangssituationen für die Erfassung dessen, was wir hier „atmosphärisch“ nennen. Buber unterscheidet „in der Geschichte des Menschengeistes (...) Epochen der Behaustheit und Epochen der Hauslosigkeit. In den einen lebt der Mensch in der Welt wie in einem Hause, in den andern lebt er in der Welt wie auf freiem Feld und hat zuweilen nicht einmal vier Pflöcke, ein Zelt aufzuschlagen.“ Erinnert irgendwie an Sloterdijks Blasen, Globen und Schäume. Und tatsächlich berührt und reflektiert Buber die gleichen Erfahrungen, die Sloterdijk zu seinem Mammut-Projekt angeregt haben (Kopernikanisches Weltbild, Kugelform der Erde, etc.).

Von Aristoteles und Augustinus über Hegel, Feuerbach, Marx bis Nietzsche und schlussendlich Heidegger und Scheler entwickelt Buber, ausgehend von diesem Orientierungsgeber „behaust/unbehaust“, eine kurze Geschichte der philosophischen Anthropologie, die in ihrer Knappheit und Blickschärfe fast mehr bietet als Sloterdijks schweifige, wiewohl lehr- und genussreiche Sphären-Trilogie. Menschen, beobachtet beim Bilden ihrer Behausungen iSv Antworten auf die miteinander vernetzten Fragen: wer sind wir, wo sind wir, und wozu?

Die großen Fragen sind gar nicht so groß, sondern lenken den Blick in die Details unseres alltäglichen, permanenten Miteinanders: wie wir dabei mitwirken, wie´s uns geht.

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