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Atmosphärisches Wochenbuch

Kälte und Kälte

Raimund Schöll am 12.02.2012

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Alles ist zugefroren derzeit. Auch der See, an dem ich wohne. Im Moment ist er nicht wie sonst frequentiert, jedenfalls nicht von Schlittschuhfahrern, denn eine gefrorene Schneedecke liegt über der Eisdecke. Schneewanderer sind's, die auf ihr gemächlich Spazierengehen und ein paar Kite-surfer, die, astronautisch angezogen, mit kleinen Skiern oder Schlittschuhkufen über die Weißseewüste fliegen. Jetzt im Moment, wo noch die Sonne dazu scheint, mutetet das Ganze an wie ein impressionistisches Gemälde. Ich mag diese Stimmung des Frosts, der Kälte, der klaren Kontur. Als Kind schon hab ich sie gemocht und bestaunt, die Stimmung der romantischen Winterlandschaft, gerade auch, wenn ich mich mitten in ihr aufhielt. Gewusst war allerdings immer: ich kann gleich wieder zurück in’s Warme.

Das Drinnen und Draußen als angenehm unterschiedsbildend wahrzunehmen, ist anderen in anderen Teilen Europas mit kaputten oder nicht vorhandenen Zentralheizungen derzeit verwehrt, wie wir wissen. Da gehst du von der Draussen-Kälte in die Drinnenkälte. Das Zentrale an der Kälte sind so gesehen Zentrahlheizungen, nichts anderes. Kälte nicht gleich Kälte. 

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