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Atmosphärisches Wochenbuch

Hüttengewitter

Matthias Ohler am 10.08.2015

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Die Holzhütte im Dschungel Ecuadors war mit einem Blechdach gedeckt gewesen, auf das in der Gewitternacht der Regen geprasselt war wie schnell gewirbelte Schlagzeugstöcke auf eine großes Swish-Becken. Diese ein Vierteljahrhundet alte Erinnerung bereit haltend hatte Olaf sich in dieser warmen Augustnacht auf die schlichte Pritsche in der mit einfachen Ziegeln gedeckten Holzhütte im Garten seines Hauses im Südwesten Deutschlands gelegt, das angekündigte Gewitter erwartend.

Das Gewitter fiel heftig aus und dauerte beinahe eine Stunde. Die Hütte erklang als Instrument für die rhythmischen Ideen eines südwestdeutschen Regens. Die Donner hatten unter den leise xylophonierenden Tonziegeln größeren Hörraum als ihn die Donner unter dem berauschenden ecuadorianischen Swish-Becken gehabt hatten. Olaf hörte auf sie, was er hörte prüfend mit Herrn Geisers treffenden Namensvorschlägen aus Max Frischs Der Mensch erscheint im Holozän. Und er fand einen neuen: Den Reißdonner, der klingt wie noch nasses, unter einem saftigen Axteinschlag aufreißendes Langholz, diesen Klang ziehend, als werde ein ganzer Stamm gerissen. Dann folgt ein nur im Auslaut lange und wie in einem großen Raum singendes ang.

Die Holzhütte im Garten bewährte sich in dieser Nacht wie ungesuchte Zustimmung zu kaum erkennbaren bedeutenden Fragen.

 

 

 

Kommentare

11.08.2015

Otzofix

Die Hütte - mit oder Gewitter - würde Ottofix gern kennenlernen! Er brächte zur Not auch
seine Trommel mit.

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