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Atmosphärisches Wochenbuch

Hochzeit

Matthias Ohler am 11.08.2013

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Aus einem belauschten Gedankenaustausch beim Beobachten einer Traum-Hochzeit an einem beliebten See mit beliebtem Hotel-Restaurant:

Victor Klein: Otty, könnte man sagen, straffe Inszenierung, wie man sie hier wohl beobachten kann, sei der Versuch, die Erinnerungen der Beteiligten so überraschungsfrei wie möglich zu machen?

Otty Baume: Zumindest auf die Hauptbeteiligten einer Hochzeit wie dieser könnte das zutreffen. In Zeiten digitaler Fotografie kann man die dazu beigetragenen Leistungen der bestellten Ablichter sogar gleich kontrollieren und entscheiden, welche der vielleicht doch eingefangenen Überraschungen Eingang in die Erinnerung bekommen sollen und welche nicht.

VK: Schau, die roten Herzluftballons mit den Wunschkärtchen dran. Und ein Kind entlässt wie absichtslos schon den ihm anvertrauten Wunsch.

OB: Ja, und gleich ergeht der Ruf: "Noch nicht!" Das Kind schaut dem Ballon nach. Wir können nur spekulieren, mit welchen Gedanken und Gefühlen. Vielleicht dazu, wie Verbindung bleibt beim sich Entfernen, wie man selbst, trotzdem man unbewegt bleibt, sich doch sich von selbst entfernend erlebt.

VK: Vielleicht auch ein Gefühl, etwas nicht ohne weiteres ungeschehen machen zu können, was besser nicht geschehen wäre.

OB: Vielleicht, ja vielleicht sogar hoffentlich hat das jemand gefilmt.

VK: Der See und die Wälder saugen das alles in sich.

OB: Und irgendwann atmen sie es aus. Wer weiß, wann.

VK: Und wer weiß, wem.

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