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Übersicht

Atmosphärisches Wochenbuch

Grüns Aktanten-Magie

Matthias Ohler am 20.03.2011

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Auf einer Toilette fiel mir dankenswerterweise der erste der diesjährigen Herder-Briefe des Paters, Klostermanagers und Vielschreibers Anselm Grün aus dem Januar diesen Jahres in die Hände. Dort beschreibt Grün die Rituale der Beweihräucherung der eigenen Wohnräume und des Türsegens C-M-B als den Versuch, auf in der Wohnung eingenistete Stimmungen (eigentlich Stimmungsträger) Einfluss zu gewinnen. Ich würde sagen: Einfluss auf atmosphärische Aktanten. Über diese Rituale gewinnt man so auch Einfluss auf die eigene Position zu diesen Aktanten, womit man sie als Aktanten für ganz bestimmte – meist negativ besetzte – Atmosphären entmachtet, indem man seine eigenen, diese Atmosphären unterstützenden Stimmungspotenziale, die an diese Aktanten gebunden sind, entmachtet oder auflöst.

Solche Rituale kann man jeden Tag machen, sogar vorausschauend. Indem man zum Beispiel darauf aufpasst, welche Talkshows man in seine Räume und später Träume lässt - oder ob überhaupt welche - oder wie man sich zu ihnen sogleich im Bewusstsein eigener Wirksamkeit bzw. Selbstwirksamkeit positionieren kann, bevor sie diesen schlafbedrohenden Ruch oder was ähnliches hinterlassen können.

Man hat zuweilen Einfluss auf die ins eigene Leben fließenden Beiträge anderer. (Anselm Grüns Herder-Briefe sind ein möglicher). Dafür sind Abonnements da. Für mich gehört zum mehr oder weniger regelmäßigen Einlass solcher Beiträge beispielsweise Simons Systemische Kehrwoche (www.carl-auer.de). Bloggen im web gibt die Möglichkeit, selbst Beiträge herzugeben und sie sich auch selbst quasi als eigenwirksame Umgebungen zu schaffen.

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