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Atmosphärisches Wochenbuch

Entschuldigung

Raimund Schöll am 17.01.2015

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Sollte sich eine Muslima derzeit nicht entschuldigen? Wenn ja, wofür? Für Vergewaltigungen, Köpfereien, Attentate, Vielweiberei? Für Menschen, die im Namen des Propheten liebe Leute massakrieren? Für Burkas und Kopftücher? Muss ich mich nicht entschuldigen für evangelikale Aufrufe zum Mord in den USA? Oder für mein silbernes Kreuz auf der Brust? Die Kreuzzüge im Mittelalter? Für die Hexenverbrennungen? Oder den Opus Dei? Entschuldigung. Darf ich gelassen bleiben bei all dem, was derzeit grad so passiert auf der Welt? Darf ich? Und was hätte es Gutes, wenn ich aufgebrachter wäre, vielleicht so wie die in Pakistan oder anderswo? Gut, in Dresden soll es Leute geben, die auch aufgebracht sind, die sich in ihren Häusern verschanzen, und nur noch montags aus dem Haus gehen, um das Abendland zu retten, während ich hier ....?. Ja stimmt! War da nicht auch mal das einst tapfere Wien? Entschuldigung. Sollte ich mich nicht dafür entschuldigen, dass ich versuche, gelassen zu bleiben? Dafür, dass ich keine finsteren Weltverschwörungen sehe, sondern eher nur Konfusion und systemische Wechselwirkungen? Dafür, dass mir Broder und Ulfkotte mit ihren manichäischen Predigten auf die Nerven gehen? Und wäre das Abendland nicht abendländischer, wenn wir anstatt jener mehr aufgeklärte Morgenländer im Fernsehen zu sehen oder im Radio zu hören kriegten? Entschuldigung.

Kommentare

17.01.2015

Matthias Ohler

Die Frage ist: Bei wem?
Niemand hat das Recht zu gehorchen, schlug Hannah Arendt vor.

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