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Übersicht

Atmosphärisches Wochenbuch

EM - mal rein atmosphärisch

Raimund Schöll am 17.06.2012

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Irgendwo im Württembergischen. Mit einer lieben Kollegin treffe ich mich abends beim Italiener in der Innenstadt. Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen. Im Lokal: Live-Übertragung Deutschland gegen Holland. Die Kollegin interessiert sich nicht für Fußball. Also verzichte ich auf’s Gucken. Für mich kein Thema. Der große Flachbildfernseher steht am anderen Ende des Lokals. Überall stehen und sitzen Fans, ein paar mit Deutschlandtrikots am Leib, um uns herum. Wir unterhalten uns, sehen hin und wieder auf zuckende Rücken und rudernde Arme. Der Fernseher bleibt für uns unsichtbar. Umso mehr sind die Atmo-Antennen ausgefahren. Ich merke, wie ein Teil von mir aus Körperchoreographien, Rufen und anderen Tonalitäten die aktuelle Lage herauszulesen sucht. Auch mein Körper geht hin und wieder mit. Hier und da ein Luftanhalten, ab und zu ein Augenaufreissen oder ein Ohrenspitzen, je nachdem, was gerade im Raum ist. Dieser Teil von mir schwingt sich unwillkürlich in die Fußballblase ein, während der andere aufmerksam am Gespräch teil nimmt. Meine Kollegin bleibt auch nicht unbeeinflusst, merke ich und sie lacht, vielleicht über mich und die ganze Situation. Aber noch ist kein Tor gefallen. Irgendwann sage ich: läuft gut, glaube ich. Sie sagt: genau so kommt’s bei mir auch an, zumindest atmosphärisch. Zwei Minuten später fällt das erste Tor für Deutschland.

Kommentare

18.06.2012

Ute

Europa- und Weltmeisterschaften haben immer was besonderes, da entsteht so eine Atmosphäre des Wir-Gefühls. In diesem Jahr sind meine Töchter voll und ganz mit dabei und genießen diese Spannungen. Ich beobachte das und bin ein Teil davon!

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