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Atmosphärisches Wochenbuch

Dichte Erfahrungen und Einsteins atmosphärische Weitsicht

Raimund Schöll am 21.03.2011

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Atmosphärische Anmutungen können als Weite-Erfahrungen einerseits, als Dichte-Erfahrungen andererseits beschrieben werden. Atmosphärisch dicht wird´s mitunter, wenn wir daheim den Fernseher anschalten. RTL, SAT1, ZDF oder so etwas. Da werden einem stakkatoartig Informationsketten dargeboten, prioritätenlos ja beinahe volksfestartig um die Ohren gehauen. Gerade noch war da die 151. Ausgabe der Seifenoper "Tralala" zu besichtigen, folgt schon atemlos das Drama rund um Gaddafi, dicht gefolgt vom verstrahlten Fukushima. Und eh man sich besinnt, schallt einem in der Werbepause aus vollen Rohren zum zweitausendsten Mal diese unsägliche Sekt-Fanfare entgegen. Weitere mediale Dichte-Beschreibungen mögen der Erinnerungsfantasie des geneigten Lesers überlassen sein. Wenn dann noch das quengelnde Kind durchs Wohnzimmer läuft, begleitet vom bellenden Hund... na wer sagts denn! Dichte Atmosphäre als "dichte Beschreibungen" (Clifford Geertz) lauern in sogenannt postmodernen Zeiten überall, denke ich. Da muss ich nicht in die Disko, ins Einkaufscenter oder aufs Oktoberfest gehen. Die kann man täglich medial auch daheim produzieren. Da lob ich mir - neben Anselm Grün und Matthias Ohler natürlich - den guten alten Albert Einstein, der folgendes einmal zum Besten gegeben haben soll: "Indem ich einige Konventionen ignorierte, vermochte ich für mich eine Atmosphäre zu schaffen und alles zu vermeiden, was mich von der Arbeit abhält." Und ich würde frei im Namen aller dichte Atmosphären-Geplagten ergänzen, auch ....."vom Leben abhält."

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