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Atmosphärisches Wochenbuch

Des sitz ma aus!

Raimund Schöll am 14.04.2010

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Während des Zeitunglesens bei einer Tasse Capuccino in einem von Menschen gefüllten Kaffehaus in der Münchner Altstadt bemerkt Mauritius wie am Nachbartisch eine ältere Frau, eine jüngere Frau und ein junger Mann immer wieder zu ihm hinübersehen. Ihm ist nicht wohl, weil man sich offensichtlich über ihn unterhält. Immer wieder treffen ihn verstohlene Blicke. Es wird getuschelt. Abgleiche und Vergleiche werden angestellt. Es scheint, als löse Mauritius Erinnerungen an eine bestimmte andere Person aus dem Bekanntenkreis des Nachbartisches aus. Er blättert währenddessen in den Seiten seiner Zeitung herum: Westerwelle, Merkel, George Clooney, das Wetter und dann auf der letzten Seite ein Bild vom Hirnbeiß. Der dicke Münchner mit seinem Dackel und seinen täglichen Kommentaren zu den kleinen und großen Weltereignissen. Mauritius geht nun der Gedanke durch den Kopf, inwieweit die Tischnachbarn auch beobachten, wie er, Mauritius, sie während des Zeitunglesens beim Beobachten beobachtet und ob die drei wiederum genau dies beobachten? Eine heimliche Allianz von verschiedenen Beobachtungen also. Mauritius nimmt einen großen Schluck aus seiner Tasse und während er noch dabei ist seine Überlegungen weiter zu spinnen liest er den Kommentar von Herrn Hirnbeiß. Dieser lautet heute: Des sitz ma aus!



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