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Atmosphärisches Wochenbuch

Cool

Raimund Schöll am 11.01.2013

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Wer macht das coolste Pokerface? Oder: Mach-bloß-keinen Fehler-das-könnte-sich-rächen, schien das Motto gestern beim Fernsehduell der niedersächsischen Ministerpräsidentenkandidaten, zwischen Herrn McAllister und wem noch mal?, gewesen zu sein. Für den noch nicht ganz politikverdrossenen Fernsehzuschauer eine echte Gemütsprobe. Norddeutsch unterkühlt? Ich glaube nicht. Zu befürchten steht, dass das der Politikstil 2010 werden wird. Wie überhaupt das zum Stil der 10er Jahre zu werden droht. Coole Politiker, coole  Moderatoren, coole Coaches, coole Manager, coole Boutiquebesitzerinnen. Legendär dagegen die Uncoolness von Herbert Wehner oder Franz Joseph Strauß. War das cool. 

http://www.youtube.com/watch?v=YEMOS1m6UgI

Kommentare

13.01.2013

Raimund

Einverstanden. Smartness und Coolness als Verkleidungen dafür, dass es möglicherweise nur noch um Laufbahnkarrieren geht. Ein beamtischer Politikstil sozusagen, vielleicht auch einer à la McKinsey, je nach Geschmack und Partei. Der "Homo Faber" läßt grüßen. Hoffnungsvoll kann stimmen, dass es die FDP in ihrer jetzigen Verfasstheit möglicherweise nicht mehr schafft. Zu viel ist dann doch zu viel. Media-Smart: "Wir sind doch nicht blöd."

13.01.2013

fan

"...Groß, die Menschen, geradeaus.
kein Wort kommt zuviel heraus.
das Reden ist ganz schnell getan,
doch im Innern ein Vulkan

brodeln, brodeln, immer brodeln
da im Innern tut das brodeln
Niedersachsen, Niedersachsen
wehe wenn sie losgelassen…"

ist von Horst Evers

13.01.2013

Matthias Ohler

Das ist der Politikstil doch leider schon lange lange, und Wehner´sche Leidenschaft wird lediglich noch nachgespielt.
Es dürfte interessant sein - nach durchaus berechtigtem Klagen über Verluste - auch zu fragen: was wurde dadurch gewonnen? Mussolini und andere Kasper belächeln wir ja heute - jedenfalls die meisten unserer Zeitgenossen - und wundern uns nur noch, wie das wirken konnte.
Die heutige Ablenkung vom eigentlich Beabsichtigen läuft subtiler ab: es wird gar nicht erst benannt, also gibt es auch keinen Grund zur Emphase. Wen interessiert schon, ob Wasserversorgung privatisiert und damit zum Reichtumsschaufelrad für die wirklichen Kasper des Weltgeschehens wird.
Vielleicht ist der Politikstil das Eingeständnis in die Langeweile der eigenen Wirkungslosigkeit.

11.01.2013

deaXmac

Auf Coolness kommt i.d.R. das Sentimentale und die nächste "weinerliche" Generation. Ecken und Kanten dienen zumindest als Wellenbrecher. Und Reibungsflächen bieten Zündstoff. Diese Uncoolness ist cool, weil sie Funken sprühen läßt in aalglatt durchgestylter Öde und Langeweile.

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