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Atmosphärisches Wochenbuch

Burn-Outing

Raimund Schöll am 28.08.2012

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Derzeit arbeite ich gerade an einem - atmosphärisch hoffentlich intelligenten - Seminarkonzept zum Thema Burnout. Das Thema gibt einiges her, finde ich, und es bilanziert ein wenig die Jahre meiner Coaching- und Beratertätigkeit. Denn nicht wenige Klienten sind's inzwischen gewesen, die es auf sich nahmen, mitunter leicht krumm, blass und angezählt erscheinend, in mein Büro zu kommen, um  – manchmal etwas verschämt - zu schildern, worunter sie im Job (Familien)-Unternehmen, Behörde, Konzern etc.) - litten (meistens übrigens unter Beziehungsthemen, Statusspielen, Systemdynamiken - sprich Atmosphären): Herr S., wenn ich ehrlich bin, geht es eigentlich um....

Die Schneller-Höher-Weiter- oder lounchigen Wellbeing-Coachings haben mich nie besonders interessiert. Auch die meisten meiner Klienten nicht. Und jetzt endlich gibt es sogar einen hoffähigen Begriff für das Leiden an und in der Arbeit: Burnout. Burnout ist das Begriffstor, durch das man jetzt ganz offiziell als Mitarbeiter oder Führungskraft in Deutschland gehen darf, um auch über die Schattenseiten der Managerie, und wie damit umzugehen sei, zu sprechen.

Das ist das Hilfreiche an dem Begriff Burnout: das Burn-Outing. Die Frage, ob es Burnout nun wirklich wirklich gibt oder nicht, ist dabei eher nebensächlich, finde ich. Die Debatte kann man getrost der ICD10/11 Medizinalisierungspropaganda überlassen.

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