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Atmosphärisches Wochenbuch

7 Minuten

Raimund Schöll am 06.06.2015

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Er geht in die Sparkasse an den Geldautomaten. Er tippt seine Geheimzahl mitsamt dem abzuhebenden Betrag ein. Er denkt währenddessen an irgendwas. Er eilt hinaus zum Auto, fährt los. Er denkt an sein Ziel. Dann plötzlich die Ahnung. Er zückt seine auf dem Beifahrersitz liegende Geldbörse, und ja um Gottes Willen, das Geld ist nicht da drin. Er dreht stante pede um, fährt zurück. Inzwischen sind kaum mehr als 7 Minuten vergangen. Er eilt in die Bank in Richtung Geldautomaten. Ihm schwant - das Geld wird weg sein. Eine Frau steht davor, die gerade ganz gelassen Scheine einbezahlt. Er sagt: Haben Sie hier Geld gesehen? Sie sieht ihn an: Oh ja sicher, meines! Er sagt: Na ich habe meins gerade abgehoben, es aber vergessen mitzunehmen! Isses weg?! Sie daraufhin: Ja, hier war nichts, ich hab’s jedenfalls nicht. Das ist sicher. Er sagt: Ich glaube es nicht, aber klar ich glaube es Ihnen. Sie: Es war gerade nur noch eine alte Dame, aber nach mir, da. Sonst hab ich nichts weiter beobachtet. Er sagt: Wahnsinn, das alles in 7 Minuten. Mein Geld ist futsch! Sie sagt: Ja so ist es. Auf der ganzen Welt ist es so. Genau so. Er verläßt den Ort des Geschehens, steht in der Sommersonne. Alles geht seinen Gang. Er sieht sich um, fühlt sich beobachtet. Zu spät.

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